Tägliche Andachten

Licht für deinen Tag – Tägliche Andachten

6. Mai 2020 – Thema:  Schätze aus dem griechischen Neuen Testament (3)

Bibeltext:  1.Joh. 1,9 „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.“

Guten Morgen liebe Gemeinde,

Heute haben wir den dritten Tag der Serie über die Theologie hinter der griechischen Sprache des Neuen Testaments. Es geht heute um ein wichtiges Thema für alle Christen: Was geschieht, wenn wir Sünde begehen? Was tun wir, und was tut Gott? Da sind die griechischen Wörter sehr hilfreich, damit wir zu einem gesunden Umgang mit unserer eigenen Sünde kommen.

Erstens ist es wichtig, den Begriff „Sünde“ zu verstehen. Sünde ist ein Wort, was am besten mit einem Bild erklärt werden kann – das Bild von einem Bogenschützen, der mit seinem Pfeil daneben schießt und das Ziel verfehlt. Gottes Ziel mit uns ist, dass wir in Gemeinschaft mit Ihm leben und Ihm nachfolgen. Wenn wir uns entscheiden, nicht auf Gott zu hören und unseren eigenen Weg zu gehen, ist es Sünde. Wir verfehlen die Bestimmung Gottes für uns. Die Früchte von unserem Ungehorsam sind nie schön, und „der Lohn der Sünde ist der Tod“ (Röm. 6,23). Der Tod in der Bibel bedeutet Trennung – entweder die Trennung der Seele vom Körper, wenn man körperlich stirbt, oder die Trennung von Gott, wenn man geistlich stirbt oder sündigt. Nur durch Jesus wird diese Strafe aufgehoben, wie der Vers weiter geht:  „die Gnadengabe Gottes aber ist ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“  Sünde ist Rebellion gegen Gott, Ungehorsam und Eigenwille. Wie geht es weiter?

Wenn wir unsere Sünden bekennen“ heißt es. Was ist es, unsere Sünde zu bekennen?  Das griechische Wort für ‚bekennen‘ ist homologeo – ein zusammengesetztes Wort von homoios (‚gleich‘) und eine Ableitung von logos (‚Wort‘).  D.h., Sünde zu bekennen bedeutet: „das Gleiche über unsere Tat zu sagen, wie Gott sagen würde“ und die Sünde mit Namen zu nennen.  Wir versuchen nicht, die Sünde zu verschönen oder zu verniedlichen. Wir rechtfertigen unsere Sünde nicht, indem wir so etwas sagen wie:  „Tja, das ist meine Schwachheit, meine Krankheit, mein Los von meiner Vergangenheit. Da kann ich nicht anders. So bin ich halt.“ Nein, wir gestehen es ein, dass wir gegen Gott gehandelt haben und bekennen es vor Ihm im Gebet. Sonst bleibt die Last der Sünde bei uns und die Trennung von der Gemeinschaft mit Gott wird auch spürbar. 

Der Vers geht weiter: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.“ Wenn wir unsere Sünde bekennen, dann haben wir die Verheißung, dass Gott uns nicht nur die Sünde vergibt, sondern Er reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Das Wort ‚vergibt‘ ist ein Verb, was „wegschicken, erlassen“ heißt. Die Sünde ist weg und Gott denkt nicht mehr daran (Heb. 10,17). Wir stehen wieder da in der Gerechtigkeit Christi und brauchen nicht zu grübeln, ob alles in Ordnung ist und die Sünde noch 100-Mal zu bekennen. 

Oft haben wir mehr Schwierigkeiten damit, uns selbst zu vergeben, als Gott – und das sollte nicht sein. Wir sind nicht gerechter als Gott! Wir dürfen die Vergebung Jesu durch Sein Blut am Kreuz in Anspruch nehmen und weitermachen. Vergebung kann nicht durch ein besseres Verhalten „verdient werden“. Es ist Gottes „Gnadengabe“, wie wir oben in Röm. 6,23 gelesen haben. „Da wir nun durch den Glauben von Gott für gerecht erklärt worden sind, haben wir Frieden mit Gott durch das, was Jesus, unser Herr, für uns tat“ (Röm. 5,1). „Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein“ (Joh. 8,36). Und der Friede Gottes ist ein großer Segen – zu wissen: „Mir ist vergeben!“ Preist den Herrn!

Gottes Segen für den heutigen Tag wünsche ich euch allen!

Rod

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