Tägliche Andachten

Licht für deinen Tag – Tägliche Andachten

7. Mai 2020 – Thema: Schätze aus dem griechischen Neuen Testament (4)

Guten Morgen liebe Gemeinde,

Heute ist der vierte Tag unseres griechischen Unterrichts 😀 und wir betrachten einen Aspekt der griechischen Grammatik – den Indikativ Perfekt. Heinrich von Siebenthal, ein ehemaliger Professor für Bibelsprachen an der Freien Theologischen Hochschule, hat diese Verbform so erklärt: „Der Indikativ Perfekt bezeichnet meist einen erreichten Zustand der Gegenwart: ein Geschehen der Vergangenheit wirkt in der Gegenwart nach… [Er] hat in unseren modernen Sprachen keine genaue Entsprechung. Moulton [ein weiterer Spezialist der griechischen Sprache] nennt ihn ‚das exegetisch wichtigste aller griechischen Tempora‘.“  Es geht um einen Akt oder Prozess, der vollendet ist und wo die fortwährenden Ergebnisse dieser Tat immer noch gegenwärtig sind. Nun – genug von der Grammatik! Wir betrachten einige Beispiele, und ich unterstreiche das Verb im Perfektum.

„…durch Gnade seid ihr gerettet!…Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es“ (Eph. 2,5.8). Zweimal in den Versen 5-8 macht Paulus (und der Heilige Geist!) eine gewaltige Aussage!  Die Botschaft ist noch stärker, weil das Verb hier in beiden Versen Passiv ist! Die Bedeutung ist: Ihr Lieben, etwas ist in der Vergangenheit geschehen (die Bekehrung) und dieses Ereignis hat anhaltende Ergebnisse in der Gegenwart. Durch die Passivform des Verbs ist klar, dass am Subjekt etwas getan wird. Gott ist der Handelnde! Er errettet uns und diese Errettung hält an – ohne unser Hinzutun. Diese Errettung geschieht durch den Glauben in der Hingabe zu Jesus Christus, und dann geschieht etwas in uns, das Ergebnisse bis auf den heutigen Tag hat! Das ist ein Grundpfeiler der Heilssicherheit, worüber wir sehr dankbar sein können! Es gibt eine Theologie hinter der griechischen Sprache!

Eine ähnliche Aussage finden wir in 1. Pet. 1,4, wo Petrus schreibt, dass Gott der Vater uns wiedergeboren hat „zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbteil, das in den Himmeln aufbewahrt ist für euch.“ Gott ist der Handelnde, und unser Erbteil ist von Ihm aufgrund Seiner Gnade und Treue aufbewahrt worden (wieder Passiv) – mit Ergebnissen bis auf den heutigen Tag! Das ist die Bedeutung des Indikativ Perfekt im Griechischen.

Einen weiteren Grundstein unseres Glaubens finden wir in Heb. 10: „In diesem Willen sind wir geheiligt durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi… Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht“ (V. 10.14). Zu diesem Text hat Fritz Rienecker geschrieben: Das zweifache Perfektum vermittelt „die Abgeschlossenheit des Werkes Christi; auch die Zukunft führt in keiner Weise über das Kreuz hinaus. Was Christus an uns getan hat, muss aber zur Entfaltung kommen; wir sind vollkommen und doch erst auf dem Weg zu Vollendung; wir haben das ganze Heil, aber noch nicht das Ziel.“  Das ist eine Aussage! Überlegen wir, was das bedeutet!

Das ist die Bedeutung des Wortes Jesu am Kreuz, als Er sagte: „Es ist vollbracht!“ (Joh. 19,30) Hier im Perfekt Passiv und in einem Begriff von der damaligen Welt der Wirtschaft sagt Jesus: „Der Preis für die Sünde ist bezahlt worden – ein für alle Mal.“ Die Ergebnisse der Tat Jesu am Kreuz gelten bis auf den heutigen Tag! Das ist eine vollkommene Erlösung. Das Ziel mit dem Erlösungsplan Gottes ist nun am Kreuz erfüllt worden, und nichts muss hinzugetan werden. Wenn wir Ihm vertrauen, ist alles nun in Ordnung gebracht worden. 

Es gäbe so viel mehr dazu zu sagen! Aber ich hoffe, dass es klar geworden ist, wie der griechische Text eine deutliche theologische Botschaft verkündet, die uns die Gnade und Treue unseres Gottes so wunderbar übermittelt. Was für eine Erlösung! Was für ein Gott!  

Mit herzlichen Segenswünschen für den heutigen Tag

Rod

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