Tägliche Andachten

Licht für deinen Tag – Tägliche Andachten

8. Mai 2020 – Thema:  Schätze aus dem griechischen Neuen Testament (5)

Bibeltext:  Röm. 12,2 „Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“

Guten Morgen, liebe Gemeinde,

Heute ist der letzte Tag unseres Mini-Kurses im Griechischen des NT. Schnall den Gurt fest:  Wir machen eine kleine Abschlussprüfung am Ende der Andacht für heute! 😂 Nein, nicht wirklich! Ich hoffe aber, dass unser Exkurs diese Woche eine Ermutigung für euch war, tiefer nach den reichen Schätzen im Neuen Testament zu graben! Manchmal muss man graben, aber es lohnt sich! Wir haben unser Gehirn einschalten müssen, aber das tut uns gut! Es steht oft in den Psalmen (z.B. Ps. 1,2), dass wir über Gottes Wort nachsinnen sollten. Wir sollten den Herrn unseren Gott aus unserem ganzen Herzen, aber auch aus unserem ganzen Verstand lieben! 

Es sind zwei Befehle in unserem Vers für heute (oben). Erstens, „seid nicht gleichförmig dieser Welt“ – ein Imperativ im Präsens Passiv. Präsens beschreibt eine andauernde Handlung, und Passiv bedeutet, dass am Subjekt etwas getan wird. Paulus will uns hier sagen: „Lasst es nicht zu, dass ihr euch immer wieder an den Maßstäben dieser Welt anpasst und dass die Welt euch sagen kann, wie ihr zu leben und zu denken habt.“    

Das Verb hat mit etwas zu tun, was äußerlich ist. Eine äußerliche Haltung oder Erscheinung wird angenommen, was das Innerliche zudeckt, und das Ergebnis ist, dass man nicht mehr erkennen kann, was innen ist. Die Gefahr für uns Christen ist, dass wir die Gewohnheiten der Welt annehmen, und dass wir uns von der Welt so bestimmen lassen, dass niemand es mehr erkennen kann, dass wir Gottes Kinder sind. Diese Änderung wird von außen her auferlegt, wie in einer Art Maskerade. Wir übernehmen gottlose Handlungen und Gedanken, und das Äußerliche stimmt nicht mehr mit dem Innerlichen überein. Wir würden wie ein Chamäleon leben, der sich an seiner Umgebung anpassen kann. Paulus sagt – „Nein! Nicht so leben, dass das Wesen Gottes verdeckt wird, weil du der Welt gleichförmig wirst!“

Der zweite Befehl lautet: „werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes“!  Das ist auch im Präsens Passiv. Das griechische Wort hier ist metamorphao, von dem wir unser Wort „Metamorphose“  bekommen. Hier wird das Bild von der Verwandlung einer hässlichen Raupe in einen schönen Schmetterling gebraucht. Dabei geht es nicht darum, Flügel an einen Wurm zu bekleben, sondern um eine Verwandlung des ganzen Wesens der Raupe. Der Befehl im Passiv bedeutet, dass wir nicht die Handelnden sind, sondern Gott! Gott will uns verändern, und Er ist der einziger, der solch eine Verwandlung in unserem Wesen schaffen kann.

Dieses Wort wird bei der Verklärung Jesu gebraucht, als Er umgestaltet wurde und Sein Angesicht und Seine Kleider wurden weiß, wie das Licht der Sonne. Was ist dabei geschehen? Das, was in Ihm drin war – das was Sein echtes Wesen war, die Herrlichkeit Gottes in Ihm – das wurde sichtbar. Bei uns sollte das Gleiche geschehen! 

Wenn wir Gott Raum in unserem Herzen geben, will Er uns so verwandeln, dass Sein Wesen in uns, das wir als Seine Kinder bekommen haben, mehr und mehr nach außen zur Erscheinung kommen kann. Er macht das „durch die Erneuerung des Sinnes“ – durch die Erneuerung des Denkens und des Wollens, damit wir Seinen Willen tun. Das kann nur geschehen, wenn wir Zeit mit Gott und mit Seinem Wort verbringen und wenn wir auf Ihn hören und Gehorsamsschritte wagen. Gibst du Ihm oder der Welt Raum in deinem Herzen? Das ist deine Entscheidung.

Gottes Segen wünsche ich dir für den heutigen Tag

Rod

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