Tägliche Andachten

Licht für deinen Tag – Tägliche Andachten

8. Juni 2020 – Thema: Ein uraltes menschliches Problem

Bibltext: 1.Mose 1,26-27 – „Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich… Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“

Guten Morgen liebe Gemeinde,

Als Amerikaner ist es höchste Zeit, dass ich etwas zu den Ereignissen in den letzten Tagen in den USA schreibe. Wir haben viel Habgier, Brutalität und Zerstörung gesehen, aber dahinter steckt ein uraltes menschliches Problem mit Vorurteilen, Rassismus, Hass und Antisemitismus. Wir Menschen haben ein Problem, weil wir ein grundlegendes Prinzip der Schöpfung Gottes vergessen haben: Alle Menschen sind nach dem Bild Gottes gemacht (1.Mo. 1,26-27). Deswegen haben alle Menschen eine Würde und einen individuellen Wert, weil sie alle Schöpfungen Gottes sind – egal was für Hautfarbe, Herkunft, Bildung, Religion oder Stand im Leben sie haben. Ohne den Schöpfergott gibt es keine Grundlage dafür, dass der Mensch einen Wert hat, weil er nur eine Mischung von Chemikalien von der Ursuppe ist, und sein Dasein ist nur von kurzer Zeit. Es ist Gott, der dem Menschen einen Wert und eine Würde gibt, und das gilt unbestreitbar für alle Menschen. Das zu verneinen, ist Sünde gegen den Schöpfer.

In der Sprache des Neuen Testaments ist dieses Prinzip klar: In Christus „ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus“ (Gal. 3,28). Heute würden wir wohl andere Begriffe als diese gebrauchen, aber die Bedeutung ist deutlich: Es gibt keine Übermenschen, keine überlegene Rasse und keine Berechtigung für Vorurteile oder Diskriminierung aufgrund von der Hautfarbe oder der Herkunft eines Menschen. „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat“ (Joh. 3,16). Niemand ist von Seiner Liebe ausgeschlossen und niemand wird weniger geliebt als andere.  

Das zweitgrößte Gebot ist, unseren Nächsten zu lieben; und unser Nächster ist nicht begrenzt auf Leute, die uns ähnlich sind. Das Problem, das wir Menschen haben, ist, dass wir alle sehr schnell dabei sind, ein „Wir/ Ihr“ Denken zu begründen. Alle, die in unserer „Wir“-Kategorie sind, sind in Ordnung; aber die „Ihr“-Leute sind anders und nicht gut. Wir bauen uns diese Kategorien auf, die andere ausschließen und benachteiligen. 

Was können wir als Menschen des Glaubens tun? Erstens müssen wir ehrlich in Bezug auf unsere eigenen Vorurteile sein, um sie zu erkennen und zu bekennen. Alle von uns kämpfen mit solchen Vorurteilen – sei es gegen Ausländer, Flüchtlinge oder Menschen, die einfach anders sind. Zweitens sollten wir für Gelegenheiten beten, wo wir eine Brücke der Liebe, Freundschaft und Hilfsbereitschaft zu diesen Menschen bauen können, um die Liebe Gottes weiterzugeben. Bemühe dich, solche Leute kennenzulernen. Oft leben wir unter einer Art sozialer Käseglocke und sind so gut wie total isoliert von Menschen einer anderen Rasse oder Herkunft.  In der Bergpredigt heißt es, dass der Herr die Barmherzigen und die Friedensstifter segnet (Mt. 5,7.9). Drittens ist es wichtig etwas zu sagen, wenn diese Themen in unseren Kreisen diskutiert werden, um Gottes Maßstäbe der Gnade und Gerechtigkeit weiterzugeben. Jesus hat immer den „Außenseiter“ geliebt und ihn nie ausgeschlossen. Viertens, wir wollen gegen den Rassismus, den Hass und alle Art von Vorurteilen Widerstand leisten – sei es durch Wort oder Tat.  Rede mit deinen Kindern und Verwandten darüber. Wir können auch Gruppen oder christliche Dienste unterstützen, die hier etwas Gutes tun. Wir sollten Salz und Licht in unserer Welt sein – für alle Menschen. 

Mit herzlichen Segenswünschen

Rod

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